Ingo Zacharias

Freiheit des Jetzt

Vom Gedanken-Ich zur Präsenz-Identität

Kategorie: Leerheit (Seite 5 von 8)

Wie könnte etwas existieren, wenn es wirklich existieren würde?

Es ist faszinierend. Uns allen ist bewusst, dass ein Auto im Prozess ständiger Veränderung ist. Öl wird verbraucht, Teile im Motor werden verschlissen, die Sitze werden abgenutzt, der Reifendruck nimmt ab, eine kleine Delle entsteht, weil wir beim Einparken nicht aufgepasst haben. Und doch sagen wir von Tag zu Tag: „Da ist mein Auto“. So als wäre es etwas Festes, Gleichbleibendes.

Genauso geht es uns mit allen anderen Dingen. Betrachten wir etwa unsere Wohnung oder unser Haus, ist Veränderung in Form von Verschleiß und neuen Dingen unser tägliches Erleben. Gleichwohl reden wir immer wieder von „meiner Wohnung“ oder „meinem Haus“. So als gäbe es da etwas Unveränderliches.

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Tony Parsons: Da ist keine Geschichte – da ist einfach nur Leben

Ich warne euch am besten gleich, dass ich keine erleuchtete Person bin und dass keine Person in diesem Raum je erleuchtet werden wird. So etwas wie eine erleuchtete Person gibt es nicht. Das wäre ein Widerspruch in sich. Außerdem möchte ich sagen, dass hier keine Lehre welcher Art auch immer verkündet wird. Hier wird nichts gelehrt, weil hier niemand ist, der etwas lernen müsste.

Alles, was hier wirklich passiert, ist, dass wir als Freunde beisammen sind, die sich an etwas erinnern. Es geht hier nur darum, sich an etwas zu erinnern, das wir vielleicht verloren oder verlegt zu haben glauben. Einige der Anwesenden haben sich erinnert und viele andere in diesem Raum haben ein Gefühl oder einen Einblick dessen erfahren, was sie für verloren hielten.

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Stell dir vor, du könntest 3 Stunden keinen Gedanken denken

Du kennst sicherlich Momente, in denen du einfach nur da warst. Momente, in denen du einfach nur geschaut oder gehört hast. Momente, in denen du wortlos wahrgenommen hast, was gerade passiert. Oft sind es Momente in der Natur, in denen es still wird im Kopf. Für eine kurze Zeit sind da keine Gedanken über Vergangenheit und Zukunft und selbst die Einordnung und Bewertung dessen, was da gerade im Bewusstsein auftaucht, geschieht nicht.

Nur das Rauschen des Windes, das Rascheln der Blätter, die weißen Wolken am blauen Himmel, das Zwitschern der Vögel, ein vorbeilaufendes Reh, ein Autogeräusch in der Ferne – all das wird wahrgenommen, ohne dass es von Gedanken in Begriffe gefasst wird, wie ich sie gerade zur Beschreibung verwenden muss. Da ist einfach nur das. Jetzt.

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Rupert Spira: Gedanken können nie das Jetzt beschreiben

Es ist ein Gedanke, der sich auf eine Vergangenheit bezieht, die nicht erlebt wird. Mit anderen Worten: Gedanken abstrahieren Zeit vom ewigen Jetzt und bringen damit die Möglichkeit hervor, dass ein Objekt in Zeit und Raum ein anderes Objekt in Zeit und Raum verursacht. Erleben hat aber kein Wissen von einer Sache, die eine andere verursacht, weil sein Erleben nicht in der Zeit ist.

Zeit und Raum sind so grundlegend mit der Art, wie wir die Welt sehen, verbunden, dass selbst wenn Zeit und Raum vollständig zusammenfallen in der Erkenntnis, dass unser Erleben aus dieser dimensionslosen und transparenten Substanz genannt Wissen oder Gewahrsein besteht, danach Gedanken aufkommen und versuchen, zurück zu dem alten Modell zu gehen und es in unser neues Verstehen hineinzuziehen. Es heißt dann: „Da muss eine Ursache für die gegenwärtige Erfahrung sein.“ Und Ursache impliziert Zeit.

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Mooji: Nimm nichts als du selbst an und du bleibst übrig

Eins seiend mit sich selbst, hat das Absolute keine Möglichkeit, sich auf eine Weise zu erfahren, die wir gewöhnlich mit Erfahrung verbinden. Wenn wir normalerweise an Erfahrungen denken, ist da das Gefühl eines Erfahrenden, die Sache, die erfahren wird, und die Erfahrung selbst. Ich sage nun (und die Meister sagen das auch), dass diese Triade von Erfahrung, Erfahrendem und erfahrener Sache ein Spiel des einen Bewusstseins ist.

Sobald jedoch das Bewusstsein oder Sein, das rein in seiner Essenz ist, im Körper wirkt, geht es durch eine ganze Reihe von Erfahrungen. Für eine Weile drückt das Sein all diese verschiedenen und veränderlichen Zustände aus und erlebt sie: Heranwachsen, Kindheit und Jugend… Es muss durch diese Phasen gehen. Jedes Rebellieren, jede Frustration, jeder emotionaler Ausdruck wird durchlaufen.

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