Ingo Zacharias

Freiheit des Jetzt

Vom Gedanken-Ich zur Präsenz-Identität

Kategorie: Reines Bewusstsein (Seite 1 von 7)

Adyashanti: Die Praxis „Ich bin“

Die zentrale Lehre und die zentrale Praxis von Nisargadatta ist, in dem Gefühl von „Ich bin“ zu verweilen. Ich möchte darüber sprechen, was damit gemeint ist, und vor allem, wie das in die Praxis umgesetzt werden kann. Das ist das Wichtigste.

Was ist dieses Gefühl von „Ich bin“? Der Schlüssel zu dieser Praxis ist – wie zu jeder spirituellen Praxis –, völlig auf dein eigenes Erleben und deine eigene Wahrnehmung konzentriert zu blieben. Das ist so wichtig, dass ich es nicht genug betonen kann. Erst dadurch kann das Potenzial dieser erstaunlichen spirituellen Praxis erschlossen werden.

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Gangaji: Ich bin nicht an die Geschichte von „mir“ gebunden

Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Wie war es nur möglich, dass ich manchmal recht glücklich und gelegentlich sogar vollkommen befriedigt war, aber trotzdem immer eine tiefe Sehnsucht nach etwas hatte, das ich gar nicht benennen konnte? Ich hatte doch alles nur Erdenkliche getan, um diesen gordischen Knoten des Leidens zu durchschneiden!

Schließlich wurde mir klar, dass ich Hilfe brauchte. Ich brauchte einen Lehrer. Also betete ich um einen wahren Lehrer, einen echten Lehrer, einen vollkommenen Lehrer — ohne einen blassen Schimmer zu haben, was ein wahrer Lehrer war, was eine wahre Lehre war oder wozu das alles führen sollte. Ich wusste nur, dass ich nicht länger darum kämpfen wollte. Ich wollte die Wahrheit meiner Existenz verwirklichen, wusste jedoch nicht, wie. Ich erkannte, dass ich alle mir bekannten Möglichkeiten ausgeschöpft hatte, und gab schließlich auf.

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Rupert Spira: Die nahtlose Intimität des Erlebens kennt kein „Ich“ oder „nicht Ich“

Es gibt keinen Abstand zwischen Körper, Geist und Welt und unserem Selbst, bewusster Präsenz, in dem sie erscheinen.

Das Geräusch des Windes oder das Bild des Mondes ist unserem Selbst, bewusster Präsenz, so nah und vertraut wie das Kribbeln unseres Gesichts, die Empfindung unseres Atems oder unser persönlichster Gedanke, unser persönlichstes Gefühl.

Kein Erleben des Körpers, des Geistes oder der Welt erscheint mit einer beigefügten „Ich“-Kennzeichnung. Der Gedanke „Das bin ich“ oder „Das bin ich nicht“ wird dem Erleben in Form von Empfinden und Wahrnehmen als nachträglicher Einfall hinzugefügt. Er ist dem Erleben selbst nicht innewohnend.

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Du hast so viel erlebt und nichts davon hat eine Spur in dir hinterlassen

„Was auch immer für Bilder erscheinen mögen, es sind nur Bilder auf der Leinwand des Bewusstseins. Sie werden dich nicht berühren. Sei wie die Leinwand, auf die Bilder projiziert werden. Wenn auf der Leinwand ein großes Feuer ist, wird die Leinwand dadurch nicht verbrannt. Wenn auf der Leinwand ein Wasserfall ist, wird sie daduch nicht nass.“ – Mooji

Schmerzen im Rücken. Diese Körperempfindung hast DU erlebt.
Freude über die Bewältigung einer schwierigen Aufgabe. Dieses Gefühl hast DU erlebt.
„Ich habe jetzt keine Lust. Ich bin kaputt.“ Diesen Gedanken hast DU erlebt.
LKW-Geräusche auf der Autobahn. Diese Sinneswahrnehmung hast DU erlebt.

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Ken Wilber: Ruhe im unsichtbaren Zeugen und versuche nicht, das Ich loszuwerden

Die meisten Menschen begehen auf dem Weg zum Einen Geschmack zwei Fehler. Der erste geschieht beim Kontakt mit dem Zeugen, der zweite beim Übergang vom Zeugen zum Einen Geschmack selbst.

Der erste Fehler: Beim Versuch, Verbindung mit dem Zeugen (oder Ich-Ich) aufzunehmen, glauben viele Menschen, dass sie etwas sehen werden. Aber man sieht gar nichts: Man ruht einfach als der Zeuge von allem, was zum Vorschein kommt: Man ist der reine und leere Seher, nicht etwas, das man sehen könnte. Es wäre falsch, den Seher als besonderes Licht, als große Wonne, als plötzliche Vision sehen zu wollen: Dies sind alles Objekte; sie sind nicht der Zeuge, der man selbst ist.

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