Ingo Zacharias

Freiheit des Jetzt

Vom Gedanken-Ich zur Präsenz-Identität

Kategorie: Nicht-Selbst (Seite 8 von 12)

Entdecke das Sein jenseits des Gedanken-Ichs

„Für mich selbst bin ich weder wahrnehmbar noch vorstellbar. Da ist nichts, auf das ich zeigen und zu dem ich sagen kann: ‚Das bin ich’. Du identifizierst dich so leicht mit allem. Ich finde das unmöglich. Das Gefühl ‘Ich bin nicht dieses oder jenes, noch ist irgendetwas meins’ ist so stark in mir, dass sobald ein Ding oder ein Gedanke erscheint, sofort das Empfinden entsteht ‘Das bin ich nicht’.“ – Nisargadatta Maharaj

„Ich bin einfach das, was in diesem Augenblick geschieht. Dort liegt meine wahre Identität – im Hier und Jetzt, nicht in der zeitgebundenen Geschichte über mich.“ – Jeff Foster

Mehr und mehr suchen Menschen nach Zufriedenheit, Gelassenheit und Glück, indem sie sich bewusst ihrem Körper und ihrem Geist zuwenden. Dazu machen sie Yoga, praktizieren Achtsamkeit, meditieren, verbringen Zeit in der Natur oder nutzen psychologische Ansätze. Direkt oder indirekt geht es dabei immer auch um die Arbeit an eigenen belastenden Gedanken.

All das sind gute Methoden, um die oft enge Gedankenwelt zu erweitern und mehr Gelassenheit und Selbstzentriertheit zu finden. Jedoch bleibt die Überzeugung, dass es sich bei den Gedanken um „meine“ Gedanken handelt und in ihnen ein reales „Ich“ beschrieben wird, für die meisten eine nicht hinterfragte Realität. Die grundlegende Identifikation mit dem Gedanken-Ich bleibt unangetastet.

Weiterlesen

Ajahn Sumedho: Vertraue in das Gewahrsein

Die meisten von euch sehen sich selbst ganz klar als Persönlichkeit und die Realität von euch selbst als Person ist sehr tief verwurzelt. Der Begriff sakkaya-ditthi kann übersetzt werden als „Persönlichkeitssicht“ oder „Ego“. Damit ist die Vorstellung gemeint, die wir in Bezug auf unsere Identität mit den fünf khandhas (Gruppen) haben: dass der Körper, die Gefühle, die Wahrnehmungen, die Konzepte und das Bewusstsein zu dieser Person gehören.

Wenn wir das untersuchen, greifen wir aber nicht nach der Vorstellung, „keine Person“ zu sein. Wir können das Konzept von anatta (Nicht-Selbst) ergreifen und sagen: „Da ist kein Selbst, weil der Buddha gesagt hat, es ist anatta!“, aber dann ergreifen wir auch eine Vorstellung. Eine Vorstellung von dir selbst als ein Nicht-Selbst zu ergreifen, wird ein bisschen lächerlich! Vorstellungen zu ergreifen ist nicht der Weg. Wenn du irgendwelche Bedingungen erschaffst und sie ergreifst, wirst du als Ergebnis immer das gleiche haben: Leiden. Glaube auch mir nicht einfach, dies ist zu deiner Erforschung.

Weiterlesen

Toni Packer: Was ist das Ich?

Es ist ein trüber Tag heute! Dunkel, wolkig, kalt, neblig und windig. Diese ganze Sache mit „dem Wetter“ ist so erstaunlich. Wir nennen es „Wetter“, aber was ist es wirklich? Wind, Regen, Wolken, die langsam vorbeiziehen. Nicht die Worte, mit denen man es benennt, sonder nur das Dunkeln, Blasen, Zerstieben, Nass-Werden, und dann das Aufleuchten, wenn blauer Himmel mitten in der Dunkelheit auftaucht, und Sonnenstrahlen auf nasse Gräser und Blätter scheinen.

Nicht mehr lange und dann werden da Frost, Schnee und Eisflächen sein. Und dann wird es wieder wärmer, alles schmilzt, überall sickerndes Wasser. Die schmutzige Strasse funkelt an frühen Frühjahrstagen von lauter Strömen aus nassem Silber. So – was ist „Wetter“ anderes als die andauernde Veränderung der Bedingungen auf dieser Erde und all die menschlichen Gedanken, Gefühle und Unternehmungen, die davon beeinflusst sind? Mögen und Nicht-Mögen, Depression und Stolz, Aufbau und Zerstörung. Ein andauernder, sich immer verändernder Strom von Ereignissen, der nirgends verweilt. Es gibt keine Entität „Wetter“, außer im darüber Denken und Sprechen.

Weiterlesen

Katsuki Sekida: Ein steter Strom von Gegenwärtigem

Im absoluten Samadhi gibt es keine Zeit. „Keine Zeit“ – das heißt: nur die gegenwärtige Zeit. Das ist nicht nur im Samadhi wahr, das man im Zazen erreicht, sondern auch immer dann, wenn Sie sich ganz auf etwas Ernsthaftes einlassen. Wenn Sie zum Beispiel eine wichtige Untersuchung anstellen, kann es sein, dass Ihnen die Zeit beträchtlich verkürzt erscheint. Eine Stunde verfliegt wie fünf Minuten. Wenn man Sie darauf aufmerksam macht, dass die Zeit abgelaufen ist, werfen Sie einen Blick auf die Uhr im Raum und vermuten fast, jemand müsse die Zeiger verstellt haben.

In Wirklichkeit waren Sie in einer Art Samadhi in Ihrer Arbeit aufgegangen, dass Ihre psychologische Zeit ganz kurz geworden ist. Ihre Aufmerksamkeit war ganz auf Ihre Tätigkeit gerichtet, und für die Reflexionstätigkeit des Bewusstseins blieb nichts übrig. Sie waren ganz und gar hingegeben, und darum waren Sie sich Ihrer selbst, Ihrer Gedanken oder Ihres Verhaltens gar nicht bewusst. Sie waren zeitlos. Oder, mit anderen Worten, Sie waren in reiner Gegenwart, und in dieser Gegenwart kommt und geht vieles, spielen sich Dinge ab und hören auf.

Weiterlesen

Eckhart Tolle: Vom Objektbewusstsein zum Raumbewusstsein (Teil 2)

So sieht die Wirklichkeit der meisten Menschen aus: Sobald etwas wahrgenommen wird, wird es vom Phantomselbst, dem Ego, benannt, interpretiert, mit etwas anderem verglichen, geschätzt, verabscheut und als gut oder schlecht bewertet. Die Leute sind in Gedankenformen, im Objektbewusstsein gefangen.

Du kannst erst spirituell erwachen, wenn das zwanghafte, unbewusste Benennen abklingt oder du dir seiner zumindest bewusst wirst, sodass du es beobachten kannst, während es geschieht. Es ist dieses ständige Benennen, das dem Ego als dem unbeobachteten Denken seinen Platz sichert. Sobald es jedoch nachlässt oder du dir wenigstens seiner bewusst wirst, entsteht innerer Raum, und dann bist du nicht länger Sklave deines Denkens.

Weiterlesen

Seite 8 von 12



© 2018 Freiheit des Jetzt | Ingo Zacharias | Schröderstr. 8 | 69120 Heidelberg | Tel. 0163-9109750 | post@ingo-zacharias.de

Impressum & Datenschutzerklärung