Ingo Zacharias

Freiheit des Jetzt

Vom Gedanken-Ich zur Präsenz-Identität

Kategorie: Nicht-Selbst (Seite 5 von 12)

Adyashanti: Das, was die Gedanken niemals berühren

Die menschliche Situation ist durch eine zwanghafte und besessene persönliche Beziehung zu Gedanken gekennzeichnet. Im besten Fall sind Gedanken eine symbolische Repräsentation der Realität; im schlimmsten Fall nehmen Gedanken den Platz der Realität ein. Unsere Gedanken beschreiben und interpretieren sowohl die äußere Welt als auch unser inneres Erleben. Sich ein Leben vorzustellen, das in irgendeiner anderen Form gelebt wird, ist für die meisten Menschen unvorstellbar. Gedanken sagen uns, wer wir sind, was wir glauben, was richtig ist und falsch, was wir fühlen sollten, was wahr ist und unwahr, und wie wir in dieses Ereignis genannt “Leben” hineingehören.

Wir erschaffen buchstäblich uns selbst und unser Leben aus Gedanken. Außerdem verbinden wir das Ende von Gedanken mit Schlaf, Unbewusstsein oder Tod. Es ist diese sehr persönliche Beziehung zu den Gedanken, die die Ursache für all die Angst, Unwissenheit und das Leiden ist, die die menschliche Situation kennzeichnet, und die die Manifestation von wahrer Liebe in diesem Leben zunichte macht.

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Jeff Foster: In dem Raum sitzen, wo nichts geklärt werden muss

Es ist so wunderbar, einfach in diesem offenen Raum zusammen zu sitzen, wo nichts gelöst oder geklärt werden muss; wo wir nicht uns selbst heilen oder geheilt werden müssen; wo unsere Fragen nicht beantwortet werden müssen; wo unsere Fragen endlich einfach Fragen sein dürfen; wo unsere Unsicherheit nicht in Sicherheit transformiert werden muss; wo unseren Zweifeln endlich die Erlaubnis gegeben wird, einfach Zweifel zu sein.

Hier, in dieser warmen Umarmung die wir sind, in diesem Platz wahrer Meditation, ohne einen Meditierenden, ohne ein Ziel, ohne eine Kontrolleur, müssen wir keine Antworten finden, brauchen wir nicht zu einer geistigen Schlussfolgerung über das Leben kommen, brauchen wir nicht alles zu klären, weil endlich, endlich, unser Fragen und unser Unterwegssein, unser Versuch, alles zu schaffen und zu bewältigen, unser Suchen und unsere Verzweiflung, weil wir keine Antworten finden – all dem wird einfach erlaubt, hier zu sein, genauso wie es ist.

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Papaji: Jeder sagt „Ich bin der Körper“, niemand „Ich bin Bewusstsein“

Macht es überhaupt Sinn, sich mit bestimmten Überzeugungen und Gefühlen zu beschäftigen, sie anzuschauen und zu analysieren, anstatt sich zu fragen: „Wer glaubt dies?“ oder „Wer denkt dies?“ Ist es überhaupt sinnvoll, sich mit bestimmten Glaubenssätzen auseinanderzusetzen?

Deine Glaubenssätze sind alle ein Teil der Vorstellung „Ich bin der Handelnde“. Solange sie da sind, wirst du Überzeugungen und Gefühle haben. Dieser Handelnde ist das  Ego. Das Ego ist die Einheit, die sagt: „Ich tue dies, ich denke dies, ich glaube das.“

Der erste Glaubenssatz, der entsteht, ist die Vorstellung „Ich bin der Körper.“ Es ist nur ein Glaube, eine Vorstellung. Niemand denkt oder glaubt „Ich bin Bewusstsein.“ Niemand spricht so. Stattdessen sagt jeder: „Ich bin der Körper.“

Alles beginnt mit dieser Vorstellung vom Körper. Wenn du „ich“ sagst, beziehst du dich immer auf den Körper und nicht auf das Bewusstsein. Wenn du sagst: „Ich habe das getan, ich tue dies, ich werde das tun“, beziehst du dich auf die Aktivitäten des Körpers. Und wenn du denkst: „das ist meine Beziehung“ oder: „das ist jemand, mit dem ich verwandt bin“, ist das wiederum etwas, was du denkst und glaubst, weil du annimmst, der Körper zu sein.

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Als was bist du hier im Strom von Gedanken, Gefühlen und Sinneswahrnehmungen?

Woraus besteht unser Leben? Aus Erleben! Klingt banal, ist es aber nicht. Denn oft sind wir so in unseren Konzepten und Vorstellungen gefangen, dass wir diese einfache Tatsache nicht mehr mitkriegen. Unser Leben besteht einfach aus Erleben. Und zwar in jedem Augenblick unseres Lebens.

Wenn wir jedoch von Erleben sprechen, meinen wir fast immer nicht das Erleben selbst, sondern unsere Bewertungen des Erlebens. Wir sagen „Der Sonnenuntergang war ganz toll“, „Das Wetter im Urlaub war meistens schlecht, deshalb hat es uns nicht so gut gefallen“, „Mein Rücken tut so weh, dass ich es kaum aushalte“ oder „Dass mein Partner dann so reagiert hat, fand ich unmöglich“. All diese Aussagen drücken nicht das direkte Erleben des Augenblicks aus, sondern unsere nachträgliche Bewertung, unseren nachträglichen Kommentar über das Erlebte.

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Wie könnte etwas existieren, wenn es wirklich existieren würde?

Es ist faszinierend. Uns allen ist bewusst, dass ein Auto im Prozess ständiger Veränderung ist. Öl wird verbraucht, Teile im Motor werden verschlissen, die Sitze werden abgenutzt, der Reifendruck nimmt ab, eine kleine Delle entsteht, weil wir beim Einparken nicht aufgepasst haben. Und doch sagen wir von Tag zu Tag: „Da ist mein Auto“. So als wäre es etwas Festes, Gleichbleibendes.

Genauso geht es uns mit allen anderen Dingen. Betrachten wir etwa unsere Wohnung oder unser Haus, ist Veränderung in Form von Verschleiß und neuen Dingen unser tägliches Erleben. Gleichwohl reden wir immer wieder von „meiner Wohnung“ oder „meinem Haus“. So als gäbe es da etwas Unveränderliches.

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