Ingo Zacharias

Freiheit des Jetzt

Vom Gedanken-Ich zur Präsenz-Identität

Kategorie: Leerheit (Seite 6 von 8)

Joan Tollifson: Der Tod und das Todlose

„Unbeständigkeit (das Relative) ist total, vollständig, kompromisslos, absolut. Es ist nicht so, dass das Universum aus unzähligen Objekten besteht, die im Fluss sind. Da ist nur der Fluss. Nichts bewegt sich innerhalb des Flusses, wie ein Korken in einem Strom; nichts entsteht oder vergeht wirklich. Da ist nur der Strom.“ – Steve Hagen

„Wenn nichts beständig ist, was kann dann unbeständig sein, beides oder keins von beiden?“ – Nagarjuna

Sich über den Tod sorgen zu machen ist so als würden wir uns sorgen machen, was mit uns passiert, wenn wir von der Kante der flachen Erde fallen. Das Problem existiert nur in der Vorstellung. Was stirbt? Was wird geboren?

Wir sagen vielleicht, mein Baby Bobby wurde geboren. Aber was ist Bobby? Dieses Baby, das wir Bobby nennen, entstand aus anderen Lebensformen und ist vollständig abhängig von Luft, Nahrung, Wasser und Beziehungen mit anderen Menschen, um zu überleben und sich zu entwickeln. Die sich immer verändernde Erscheinung, die wir Bobby nennen, ist niemals außerhalb des Bewusstseins zu finden, und mein Bobby ist nicht genau der gleiche wie dein Bobby. Mein Bobby ist nicht einmal der gleiche von einem Augenblick zum nächsten. Manchmal ist er lustig, manchmal ist er verwirrend, manchmal ist er offenherzig, manchmal ist er selbstgerecht.

Weiterlesen

Dalai Lama: Die Leerheit verstehen

Die Hauptursache des Leidens ist Unwissenheit, die irrtümliche Annahme, dass Lebewesen und Objekte inhärent existieren. Wir alle haben eine berechtigte, richtige und angemessene Empfindung von unserem „Selbst“ oder „Ich“. Aber dann haben wir auch eine falsche Auffassung von diesem „Ich“ als inhärent existent. Unter dem Bann dieser Täuschung betrachten wir das Selbst, als würde es aus eigener Kraft existieren, durch seine eigene Natur ins Leben gerufen, in der Lage, sich selbst zu verursachen. […]

Falls es jedoch ein solches getrenntes Ich gäbe – selbst ins Leben gerufen und aus sich selbst heraus existierend –, dann müsste es klarer und deutlicher zu Tage treten unter dem Licht kompetenter Untersuchung darüber, ob dieses Selbst entweder als Geist oder als Körper existiert oder als die Ansammlung von Körper und Geist oder verschieden vom Körper und Geist. Tatsächlich ist es aber so, dass Sie das Selbst umso weniger finden, je näher Sie hinschauen. Es stellt sich heraus, dass dies für alles, für jedes Phänomen gilt. Die Tatsache, dass Sie sie nicht finden können, bedeutet, dass diese Phänomene nicht aus eigener Kraft heraus existieren; sie sind nicht selbst-begründet.

Weiterlesen

Emotionsgedanken befreien: Die Praxis des absichtlichen Denkens

„Die Person und all ihr Suchen, ihr ganzes Leiden, all ihre Probleme, das alles ist nur ein dickes Bündel Gedanken, das in der immer gegenwärtigen Lebendigkeit erscheint.“                    – Jeff Foster

In den letzten beiden Blogbeiträgen ging es um die Erforschung des Gedanken-Ichs. Ajahn Sumedho beschreibt in „Vertraue in das Gewahrsein“, wie er durch absichtliches Denken erkannte, dass nicht die Persönlichkeit, sondern nur das Gewahrsein eine verlässliche Zuflucht ist. In „Entdecke das Sein jenseits des Gedanken-Ichs“ schildere ich einen eigenen Weg der Selbsterforschung, mit dem es mir nach vielen Jahren spiritueller Praxis gelang, die leidvolle Identifikation mit den Gedanken zu lösen.

Mit der Frage: „Was bleibt von mir, wenn dieser Gedanke endet?“ und dem darauf folgenden Erleben des einfachen (Gewahr)Seins jenseits des Gedanken-Ichs wurde deutlich, dass meine tiefste Identität tatsächlich etwas Größeres, Umfassenderes ist als die Gedanken, die „mich“ scheinbar definieren und deren Besitzer „Ich“ scheinbar bin.

In diesem Beitrag möchte ich ergänzend dazu eine selbst entwickelte Form des absichtlichen Denkens darstellen. Sie ist ein hilfreiches Mittel, um bei Gedanken, die von starken Emotionen begleitet werden, Abstand zu gewinnen und wieder das einfache Sein wahrzunehmen.

Weiterlesen

Entdecke das Sein jenseits des Gedanken-Ichs

„Für mich selbst bin ich weder wahrnehmbar noch vorstellbar. Da ist nichts, auf das ich zeigen und zu dem ich sagen kann: ‚Das bin ich’. Du identifizierst dich so leicht mit allem. Ich finde das unmöglich. Das Gefühl ‘Ich bin nicht dieses oder jenes, noch ist irgendetwas meins’ ist so stark in mir, dass sobald ein Ding oder ein Gedanke erscheint, sofort das Empfinden entsteht ‘Das bin ich nicht’.“ – Nisargadatta Maharaj

„Ich bin einfach das, was in diesem Augenblick geschieht. Dort liegt meine wahre Identität – im Hier und Jetzt, nicht in der zeitgebundenen Geschichte über mich.“ – Jeff Foster

Mehr und mehr suchen Menschen nach Zufriedenheit, Gelassenheit und Glück, indem sie sich bewusst ihrem Körper und ihrem Geist zuwenden. Dazu machen sie Yoga, praktizieren Achtsamkeit, meditieren, verbringen Zeit in der Natur oder nutzen psychologische Ansätze. Direkt oder indirekt geht es dabei immer auch um die Arbeit an eigenen belastenden Gedanken.

All das sind gute Methoden, um die oft enge Gedankenwelt zu erweitern und mehr Gelassenheit und Selbstzentriertheit zu finden. Jedoch bleibt die Überzeugung, dass es sich bei den Gedanken um „meine“ Gedanken handelt und in ihnen ein reales „Ich“ beschrieben wird, für die meisten eine nicht hinterfragte Realität. Die grundlegende Identifikation mit dem Gedanken-Ich bleibt unangetastet.

Weiterlesen

Eckhart Tolle: Vom Objektbewusstsein zum Raumbewusstsein (Teil 2)

So sieht die Wirklichkeit der meisten Menschen aus: Sobald etwas wahrgenommen wird, wird es vom Phantomselbst, dem Ego, benannt, interpretiert, mit etwas anderem verglichen, geschätzt, verabscheut und als gut oder schlecht bewertet. Die Leute sind in Gedankenformen, im Objektbewusstsein gefangen.

Du kannst erst spirituell erwachen, wenn das zwanghafte, unbewusste Benennen abklingt oder du dir seiner zumindest bewusst wirst, sodass du es beobachten kannst, während es geschieht. Es ist dieses ständige Benennen, das dem Ego als dem unbeobachteten Denken seinen Platz sichert. Sobald es jedoch nachlässt oder du dir wenigstens seiner bewusst wirst, entsteht innerer Raum, und dann bist du nicht länger Sklave deines Denkens.

Weiterlesen

Seite 6 von 8



© 2018 Freiheit des Jetzt | Ingo Zacharias | Schröderstr. 8 | 69120 Heidelberg | Tel. 0163-9109750 | post@ingo-zacharias.de

Impressum & Datenschutzerklärung