Ingo Zacharias

Freiheit des Jetzt

Vom Gedanken-Ich zur Präsenz-Identität

Jahr: 2015 (Seite 4 von 5)

Was bleibt, wenn diese Gedanken enden?

Es ist so einfach. Und so radikal.

Das einzige, was dich in diesem Moment daran hindert, in Frieden und Freiheit da zu sein, sind die Gedanken, die du dir über diesen Augenblick, deine Lebenssituation oder den Zustand der Welt erzählst.

Und die du für die Realität hältst und als deine Gedanken ansiehst.

Aber egal wie vehement oder subtil du dir eine Gedankengeschichte erzählst, die scheinbar begründet, warum du jetzt nicht zufrieden, offen und gelassen sein kannst: Irgendwann haben diese Gedanken ein Ende. Mit 100%iger Sicherheit. Einfach weil nichts von Dauer ist. Absolut nichts.

Und dann frage ich dich: „Was bleibt, wenn diese Gedanken enden?“

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Ken Wilber: Müheloses gegenwärtiges Bewusstsein

Ich habe ja schon darüber gesprochen, wie das Zeugen-Gewahrsein durch die Zustände des Wachens, Träumens und des Tiefschlafs hindurch anhält. Aber der Zeuge ist in jedem Zustand vollständig verfügbar, auch jetzt in diesem Augenblick, in Ihrem eigenen gegenwärtigen Bewusstseinszustand.

Ich möchte versuchen, mit Hilfe so genannter „hinweisender Anleitungen“ Ihnen diesen Zustand klarzumachen. Es geht also nicht darum zu versuchen, Sie in einen anderen Bewusstseinszustand, einen veränderten oder außergewöhnlichen Bewusstseinszustand zu bringen. Ich möchte einfach auf etwas verweisen, das schon jetzt in Ihrem gegenwärtigen, gewöhnlichen, natürlichen Zustand geschieht.

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Joan Tollifson: Das ist es!

Verzichte für einen Augenblick auf alle Etikettierungen, Schemata, Antworten, Ansichten, Geschichten, Erläuterungen, Erwartungen und alle Anstrengungen, etwas zu verstehen oder irgendein Ergebnis zu erreichen. Gib alles auf, was dir jemals gesagt wurde, alles, was du gelesen und erlebt hast, alles, was du weißt, jegliche Vorstellung darüber, was ist oder was sein könnte.

Lass alles los. Gib es vollständig auf. Halte an nichts fest.

Was bleibt?

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Alan Watts: Kein getrenntes Ich

[Wir suchen] Beständigkeit, Stetigkeit und Sicherheit, [um uns] dieses fortbestehenden Kerns zu vergewissern, dieses Mittelpunkts und dieser Seele unseres Seins, das wir das geistige “ICH” nennen. Denn dies halten wir für den wahren Menschen, den Denker unserer Gedanken, den Fühler unserer Gefühle und den Wisser unseres Wissens. Wir werden nie wirklich begreifen, dass es Sicherheit nicht gibt, bis uns klar wird, dass dieses geistige „ICH“ nicht existiert.

Bist du dir, während du diese gegenwärtige Erfahrung beobachtest, gewahr, dass jemand sie beobachtet? Kannst du neben der Erfahrung auch noch einen Erfahrenden entdecken? Kannst du diesen Satz lesen und während des Lesens gleichzeitig über dich als Leser nachdenken?

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Osho: Was bedeutet Identifikation?

Es geht dich überhaupt nichts an – wenn Gier geschieht, lass sie vorbeiziehen, wenn Wut geschieht, lass sie vorbeiziehen. Wer bist du schon, dich da einzumischen? Warum bist du so sehr mit deinem Verstand identifiziert? Warum fängst du an zu denken, ‚Ich bin gierig … Ich bin wütend‘? Es ist nur ein Gedanke an Wut, der vorbeizieht. Lass ihn vorbeiziehen; du schaust einfach nur zu.

Es gibt eine alte Geschichte: Ein Mann, der für eine Weile seine Stadt verlassen hatte, kommt zurück und stellt fest, dass sein Haus brennt. Es war eines der schönsten Häuser der Stadt, und der Mann liebte es. Viele Leute waren bereit gewesen, für das Haus den doppelten Preis zu zahlen, aber er hatte es nie zu irgendeinem Preis verkaufen wollen, und jetzt verbrannte es gerade vor seinen Augen. Und Tausende von Leuten haben sich versammelt, aber man kann nichts machen.

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