Ingo Zacharias

Freiheit des Jetzt

Vom Gedanken-Ich zur Präsenz-Identität

Kategorie: Praxis der Selbsterforschung (Seite 8 von 10)

Eckhart Tolle: Vom Objektbewusstsein zum Raumbewusstsein (Teil 1)

Das Leben der meisten Menschen ist voll gestopft mit Dingen: materiellen Dingen, Dingen zu tun, Dingen zum Nachdenken. Ihr Leben gleicht der Geschichte der Menschheit, von der Winston Churchill einmal sagte, sie sei »eine verfluchte Sache nach der anderen«. Ihr Kopf ist voll gepackt mit aufeinander folgenden Gedanken.

Das ist die Dimension des Objektbewusstseins, die bei vielen Menschen die vorherrschende Wirklichkeit ist und ihr Leben so sehr aus dem Gleichgewicht bringt. Zum Objektbewusstsein muss das Raumbewusstsein ein Gegengewicht bilden, damit unsere Erde wieder gesunden und die Menschheit ihr Schicksal erfüllen kann. Die Entstehung von Raumbewusstsein ist die nächste evolutionäre Stufe der Menschheit.

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Byron Katie: Ursprüngliches Einssein

„Das Tao, das mitgeteilt werden kann, ist nicht das ewige Tao.“

Die Wirklichkeit lässt sich nicht in Worte fassen. Worte begrenzen sie. Wir quetschen sie in Substantive, Verben und Adjektive und hemmen so den Fluss vom einen Augenblick zum nächsten. Das Tao, das mitgeteilt werden kann, ist nicht das ewige Tao, weil ihm der Versuch des Mitteilens eine zeitliche Dimension verleiht. Das Bemühen, etwas zu benennen, ordnet es zeitlich ein. Was benannt wurde, ist nicht mehr ewig. »Ewig« bedeutet frei, grenzenlos, ohne festen Platz in Zeit oder Raum, ungehindert gelebt.

Das, was gerade in diesem Sessel sitzt, hat keinen Namen. Ich bin die Erfahrung des Ewigen. Bereits der Gedanke »Gott« bringt alles zum Stillstand und ordnet es zeitlich ein, und indem ich »Gott« erschaffe, erschaffe ich ebenso »Nicht-Gott«. Sie können Gott auch durch jeden anderen Begriff ersetzen – mit dem Gedanken »Baum« erschaffe ich »Baum« und »Nicht-Baum«. Der Vorgang ist der gleiche.

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Thich Nhat Hanh: Jede Handlung ist ihr eigenes Subjekt

Die Vorstellung vom Entstehen in Abhängigkeit (paratantra) kommt der Lebenswirklichkeit sehr nahe. In ihr werden alle dualistischen Konzepte wie eins/viele, innen/außen, Zeit/Raum, Geist/Materie und andere verworfen, die der Geist benutzt, um die Wirklichkeit einzugrenzen, zu zerteilen und zu formen. Die Vorstellung vom Entstehen in Abhängigkeit kann nicht nur helfen, das gewohnheitsmäßige Zersplittern der Realität zu beenden, sondern sie kann uns auch zu einer direkten Wirklichkeitserfahrung befähigen. Dennoch sollten wir sie als Werkzeug und nicht als eigenständige Wirklichkeitsform betrachten.

Paratantra ist das eigentliche Wesen der lebendigen Wirklichkeit – das Fehlen eines zugrunde liegenden Selbsts. Auch ein Dreieck besteht nur deshalb, weil drei Linien in einem bestimmten Verhältnis aufeinander treffen – und so besteht auch kein anderes Ding aus sich selbst heraus. Da sie keine eigenständige Identität besitzen, sagt man von allen Erscheinungen, sie seien leer (sbunya). Damit sind die Erscheinungen aber keineswegs nicht vorhanden; sie sind lediglich leer von einem eigenständigen Selbst, einer bleibenden Wesenhaftigkeit, die unabhängig von anderen Erscheinungen wäre. […]

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Adyashanti: Nur Gewahrsein bleibt

Nur wenn du deine Aufmerksamkeit auf das Gewahrsein selbst lenkst, ist dort nichts dahinter. Das ist mit ‚zur Quelle zurückkehren’ gemeint. Es bedeutet, dass nichts danach kommt. Da ist nichts dahinter.

Bei einem Gedanken ist immer etwas dahinter. Da ist immer das Gewahrsein des Gedankens. Also ist Gewahrsein dahinter. Bei einem Gefühl ist immer etwas dahinter. Bei den konditionierten Mustern ist immer etwas dahinter. Da ist immer Gewahrsein, das hinter allem ist, was wahrnehmbar ist; über das man nachdenken kann. Da ist immer etwas dahinter: nämlich Gewahrsein. Geist.

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Stephen Batchelor: Eine Matrix von Bedingungen (Teil 2)

„Ungeborene Leerheit hat abgelassen von den Extremen des Seins und des Nichtseins. Daher ist sie sowohl die Mitte selbst als auch der Mittlere Weg. Leere ist der Pfad, auf welchem der in seiner Mitte ruhende Mensch geht.“ – Tsongkhapa

Befangenheit, das ständige und übermäßige Bewusstsein meiner selbst, steht in meinem Leben ganz im Vordergrund und ist zugleich doch eine höchst unsichere Sache. Wenn ich bei der Meditation mein Ich zu finden versuche, ist es so, als wollte ich meinen eigenen Schatten fangen. Ich greife danach, aber da ist nichts.

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